Sigrid Horn

Sog i bin weg

(c) Magdalena Blaszczuk

Donnerstag, 02. April 2020 | 19:30 Uhr
Pölz-Halle Amstetten

Kartenpreise: € 15,00 / 17,00 / 19,00 (Preise inkl. Systemgebühr)
Kartenvorverkauf: Kultur- & Tourismusbüro, Rathaushof Amstetten, Tel. 07472/601-454. Konzert bei Tischen

Sigrid Horn Stimme, Ukulele, Klavier
Sarah Metzler Harfe, Stimme
Bernhard Scheiblauer Concertina, Ukulele, Harfe

deck mi zua
i leg mi in dreg
waun ana frogd wo i bin
sog i bin weg

"Das sind die titelgebenden ersten vier Zeilen unserer allerneusten Veröffentlichung. Aus dem Mund von Sigrid Horn haben sie eine ziemlich magische Wirkung, glauben Sie mir. Die Sängerin und Liederschreiberin läßt den Menschen, der ihre Kunst zum ersten Mal kennenlernt, zunächst fassungslos zurück. Soviel weiß ich jetzt, denn ihr Album "Sog I Bin Weg", das im Herbst 2018 auf Bader Molden Recordings erschien, habe ich nicht nur hundertfach gehört, sondern auch einigen Vertrauten vorgespielt. In den ersten Augeblicken des Zuhörens war da immer so etwas wie kurzes Zurückweichen zu spüren, Scheu, ja Fassungslosigkeit. Aber wovor, worüber? Woran liegt des?
An der musikalischen Finesse und Schönheit der Lieder? An den (zufiefst hiesigen und vielleicht gerade wegen dieser Nähe schon wieder fremden) Geschichten, die in den Farben von nebeligem Grau bis zum kaleidoskopischen Himmelblau wechseln? An Sigrid Horns Stimme, die bei aller Anmut nicht einen einzigen Moment lang ihre große innere Autorität aufgibt? Oder an allem zusammen, an diesem so durchdachten, so tief empfundenen und schließlich so dicht verwebten künstlerischen Geflecht, das diese Platte ausmacht? Nach ein paar Sekunden jedenfalls machen die Menschen, die Sigrid Horn hören, wieder eine Bewegung nach vorn. Und beginnen allmählich zu strahlen.
"I bin ende zwanzg", singt Sigrid Horn in einem ihrer an Einblicken (und zugleich falschen Spuren) reichen Lieder, zwanzg. Die Sängerin kommt aus dem Mostviertel. Das ist eine auf den ersten Blick liebliche, niederösterreichische Hügel- und Voralpenlandschaft, wo aber im Schatten des Geländes tiefe Schächte und Eingänge unter der Erde verborgen sein müssen. Was dort drinnen liegt, breitet Sigrid Horn mit dem Gestus eines versunken spielenden Kindes vor uns aus. Innerfamiliäre gothic novels in Liedorm, Traumgesichter, die einem vielleicht nach zwei Glaseln Most zuviel vor die Augen treten mögen, Slapstick-Liebeserklärungen. Und manchmal auch Zorniges, vor die Füße Gespieenes. Gemeinsam ergibt das eine Platte, die das Größte schafft, wozu Songwriteralben in der Lange sind: Bei Null - im Höchstpersönlichen - beginnend, die Welt abzubilden.
Danke, liebe Sigi. Charlie Bader und ich sind stolz und geehrt, dass du unserem Label diese Lieder überlassen hast. Auf dass viele Menschen strahlen wie wir!"

Ernst Molden, September 2018