HAIR - LET THE SUN SHINE IN!

Buch und Texte von Gerome Ragni & James Rado
Musik von Galt MacDermot

Die Story

USA, 1968. Claude und Berger, zwei Freunde, begehren mit vielen Gleichgesinnten gegen die Regeln und Beschränkungen der Gesellschaft auf, in der sie leben. Sie meinen, eine neue Lebensform gefunden zu haben, die geprägt ist durch die Liebe zueinander, Gewaltlosigkeit, Frieden. Sie hoffen auf ein neues Zeitalter im Zeichen des Wassermanns, in dem Werte wie Freiheit und Wahrheit höchste Bedeutung haben. Noch wird ihr Leben beherrscht von Auseinandersetzungen mit der vorigen Generation, mit deren Moralvorstellungen und Pflichtbewusstsein.
Aber es ist vor allem der Vietnam-Krieg, der die höchste Bedrohung darstellt. Claude hat mit anderen den Einberufungsbefehl erhalten. Dadurch gerät sein größter Reichtum, sein eigenes Leben, in Gefahr. Gemeinsam sucht man nach Möglichkeiten, der Army zu entgehen. Vortäuschen von Homosexualität? Das Vernichten des Befehls?
Die Eltern können das mangelnde Verantwortungsbewusstsein ihrer Kinder nicht verstehen und beklagen auch ihr Nichtstun und ihr Aussehen.
Berger musste die Universität verlassen, weil die Professoren einen Drogen konsumierenden langhaarigen Rebellen nicht länger dulden wollten. Und nun greift der Krieg nach ihm, Claude und den anderen. Ein Krieg, in den Weiße Schwarze und Weiße gegen Gelbe schicken, um Land zu verteidigen, das sie den Roten gestohlen haben. Aber auch an den eigenen Vorstellungen und Forderungen scheitert man.
SHEILA schenkt Berger ein gelbes Satinhemd. Sie liebt ihn und kann die Herzlosigkeit nicht begreifen, mit der Berger das Hemd einfach so aus Spass zerreißt. JEANIE liebt Claude. Das Kind, das sie erwartet, entstammt jedoch einer zufälligen Begegnung mit einem "Speedfreak".

Beim Be-In verbrennen alle bis auf Claude ihre Einberufungsbefehle. Er nimmt ihn im letzten Moment aus dem Feuer und wird mit allen anderen Beteiligten von der Polizei verhaftet. Claude hat resigniert und macht sich bereit für den Krieg. Mit dem Koffer in der Hand kommt er, um Abschied zu nehmen. Er hat es nicht geschafft, sich gegen die Einberufung aufzulehnen. Wieder einmal soll das Rauschgift helfen, die Wirklichkeit erträglicher zu gestalten. Gemeinsam begibt man sich auf den Trip. Auch hier ist der Krieg das beherrschende Thema. Von Vietnam geht Claudes Reise zurück bis zu George Washington, den Indianerkriegen, Abraham Lincoln, dem Bürgerkrieg. Jeder tötet jeden. Schwarz kämpft gegen Weiß, Sklave gegen Herr, eine Religion gegen die andere. Aufgewacht gestehen sich Berger und Claude ihre unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben. Berger will nichts tun, sich treiben lassen, high bleiben. Claude möchte unsichtbar sein, der einzige Wunsch, der ihm in "diesem Dreck noch bleibt". Gemeinsam mit den anderen verbringen sie die letzte Nacht der Welt.
Claude wird tatsächlich von vietnamesischen Kämpfern erschossen. Unsichtbar geworden, können ihn die anderen weder sehen noch hören, als er kommt und ihnen erzählt, dass es ihn erwischt hat. Berger erweist ihm die letzte Ehre. In einem allerletzten Auftritt besingt Claude gemeinsam mit ihm die Schönheit des Hippie-Daseins. (Quelle: Gallissas)